Kunst · Roman Thomas · Celle
Was bleibt,
wird Bild.
Ich arbeite mit Fotografie an der Frage, wie Wirklichkeit im Sehen entsteht. Meine Bilder zeigen keine Orte, sie machen Zustände erfahrbar: den Moment, in dem sich das Vertraute zu entziehen beginnt und sich äußere Realität, Erinnerung und inneres Bild überlagern.
Fotografie ist für mich ein Mittel, das Sehen zu verlangsamen. In dieser Verlangsamung verändert sich Wahrnehmung. Zwischen Hidden Places und Heimat suche ich denselben Übergang, in dem das Sichtbare beginnt, sich zu verschieben.
Auch dort, wo meine Bilder nicht mehr fotografisch entstehen, bleibt die Frage dieselbe: Was bleibt, wenn das Bild kein Abbild mehr ist. KI ist dabei Material und Werkzeug, neben Kamera und Bewegung, kein Trick.
Kunst · 01 · Werkreihen
Werkreihen.
Im Zentrum stehen Hidden Places und Heimat. Haut aus Stein und Cold Stone vertiefen die Frage im Material, Disruption und In the Shape of Feeling führen sie mit synthetischen Bildern weiter. Street Life und Hidden Faces ergänzen das Werk. Jede Reihe hat ihre eigene Seite.
Weitere Arbeiten
Kunst · 02 · Statement
Statement.
In meiner fotografischen Arbeit untersuche ich Raum nicht als festen Ort, sondern als etwas, das sich erst im Akt der Wahrnehmung formt. Mich interessiert der Moment, in dem sich äußere Realität, Erinnerung und innere Bilder überlagern und eine Erfahrung entsteht, die sich nicht eindeutig festlegen lässt.
In der Werkreihe Hidden Places arbeite ich mit urbanen Räumen, die auf den ersten Blick eindeutig wirken. Architektur, Licht und Struktur verweisen auf reale Orte, auf etwas scheinbar Bekanntes. Gleichzeitig entsteht eine Distanz, die diese Orte entrückt erscheinen lässt. Die Bilder bewegen sich in einer Spannung zwischen Wiedererkennbarkeit und Irritation. Sie zeigen nicht nur einen Ort, sondern einen Zustand, in dem Realität und Vorstellung ineinander übergehen. Diese Auseinandersetzung mit dem äußeren Raum war für mich ein erster Schritt. Im Laufe der Zeit hat sich mein Blick zunehmend nach innen verschoben. Die Frage nach dem, was wir sehen, wurde zur Frage danach, wie wir sehen. Damit verbunden ist auch ein wachsendes Interesse an dem, was sich nicht eindeutig greifen lässt, an dem Unschärfebereich zwischen Wahrnehmung und Empfindung.
In meiner aktuellen Werkreihe Heimat löse ich mich bewusst von der Stabilität des Sichtbaren. Durch Bewegung der Kamera während der Belichtung geraten die Strukturen ins Fließen. Dieser Moment ist für mich zentral, weil er Kontrolle und Offenheit miteinander verbindet. Ich gebe einen Teil der Kontrolle ab und lasse zu, dass sich das Bild im Prozess verändert. Dadurch entsteht etwas, das ich nicht vollständig vorhersehen kann. Landschaft erscheint in diesen Arbeiten nicht mehr als fester Ort, sondern als ein offenes Gefüge, in dem sich Formen auflösen, verdichten und neu verbinden. Was entsteht, ist ein Bildraum, der sich nicht mehr eindeutig auf eine äußere Realität zurückführen lässt. Wahrnehmung, Erinnerung und Empfindung sind untrennbar miteinander verwoben.
Der Begriff Heimat ist für mich dabei bewusst ambivalent. Er beschreibt keinen konkreten Ort, sondern einen Zustand, der sich immer wieder verändert. Es geht um Vertrautheit, aber auch um Verlust, um Nähe und gleichzeitig um eine gewisse Distanz. Heimat ist für mich nichts Statisches, sondern etwas, das im Erleben entsteht und sich im selben Moment wieder entziehen kann.
Beide Werkkomplexe verbindet die Frage, wie Raum innerlich erfahrbar wird. Während Hidden Places den Ausgangspunkt im Außen hat und dieses in eine subjektive Wahrnehmung überführt, entsteht in Heimat ein Raum, der sich vollständig aus dieser inneren Bewegung heraus entwickelt. Natur und urbane Räume sind dabei keine Gegensätze, sondern unterschiedliche Erscheinungsformen desselben Prozesses. Was mich langfristig interessiert, ist nicht das Bild als Ergebnis, sondern der Prozess des Sehens selbst. Fotografie ist für mich ein Mittel, diesen Prozess zu verlangsamen und sichtbar zu machen. In diesem Verlangsamen entsteht ein Raum, in dem sich Wahrnehmung verändert und neue Zusammenhänge entstehen können.
Meine Arbeiten bewegen sich zwischen Beobachtung und Transformation. Sie zeigen keine Orte im klassischen Sinne, sondern Zustände, in denen sich Wahrnehmung, Erinnerung und Erfahrung überlagern. In diesen Zuständen entsteht für mich auch die Vorstellung von Heimat, nicht als geografischer Punkt, sondern als ein innerer Raum, der sich im Sehen immer wieder neu bildet.
Manchmal ist es nur ein Wimpernschlag, ein Hauch von Licht auf einer Schulter, ein Blick, der nicht wiederkehrt. Ich halte fest, was vergeht, nicht um es zu besitzen, sondern um es spürbar zu machen.
Kunst · 03 · Vita
Vita.
Roman Thomas, geboren 1975 in Celle. Seit 2018 im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler, seit 2025 1. Vorsitzender der Ortsgruppe Celle. Seine künstlerische Arbeit zeigt er seit 2010 in Einzel- und Gruppenausstellungen, überwiegend in Norddeutschland und in Finnland.
Meine Arbeiten reisen, und manchmal reise ich ihnen hinterher. Im Juli 2026 führt mich eine Einladung der Kaputa Association für zwei Wochen nach Hämeenlinna in Finnland, im Rahmen des langjährigen Kulturaustauschs zwischen Celle und Hämeenlinna. Dort arbeite ich an meiner Serie Heimat im finnischen Licht.
- 2026 „KI und Kunst" · Albert König Museum, Unterlüß
- 2022 „Hidden Places" · KWS Art Lounge, Einbeck
- 2020 „Hidden Places" · Serpil Neuhaus Galerie, Gütersloh
- 2019 „Hidden Places" · Imago Kunstverein, Wedemark
- 2018 „Hidden Places" · Gründerzeit Villa, Celle
- 2026 „Werkschau" · BBK Celle, Celler Schloss
- 2025 „#CARO" · BBK Celle
- 2024 „Vielfalt ist Schönheit" · BBK Celle, Celler Schloss
- 2023 „No Past, Funny Future" · Hämeenlinna, Finnland
- 2022 „Die Freiheit der Kunst" · BBK Celle, Celler Schloss
- 2021 „Gestern Heute Morgen" · Kunstsalon, München
- 2020 „Klimatisiert" · BBK Celle, Celler Schloss
- 2019 „Bauhaus … Kunst heute" · BBK Uelzen
- 2018 „Grenzenlos" · BBK Celle, Celler Schloss
- 2010, 2011 „Kunst fördert Kinder" · Kunstverein Hannover
- 2026 Artist in Residence · Kaputa Association, Hämeenlinna, Finnland
- 2024 Sparkasse Celle Gifhorn Wolfsburg, Gifhorn · Vierteilige Unikatserie
- 2023 Kunstsammlung KWS, Einbeck
- 2011 Designpreis Rat für Formgebung
Kunst · Fragen