
Vierundfünfzig Sekunden
Am 17. September hatte Kenala morgens schon den ersten Text auf meiner Website geändert, auf einen Satz von mir hin. Am Nachmittag kam der nächste Schritt: der erste Auftrag über den neuen Eingang, über den später jede KI mit Kenala sprechen kann. Wieder ein Satz: Formuliere den Retailtext auf der Fotografie-Seite etwas direkter, sonst nichts.
Dann habe ich zugesehen. Kenala hat die Stelle gefunden, einen neuen Text auf Deutsch und Englisch geschrieben und acht Prüfungen durchlaufen: Hält der Text meine Sprachregeln ein? Stimmen die Fakten? Ist nichts anderes verändert? Baut die Seite noch? Am Ende lagen sechzehn Bildschirmfotos vor mir, alt und neu nebeneinander. Vierundfünfzig Sekunden hat das gedauert.
Veröffentlicht hat Kenala nichts. Das darf es nicht. Diesen Probelauf habe ich nach dem Ja sogar wieder zurückgedreht, er war zum Lernen da. Freigeben und online stellen ist mein Schritt, und das bleibt so. Die Maschine ist schnell. Das Ja bleibt meins.
Was mich an diesem Tag am meisten gefreut hat, war nicht das Tempo. Es war die Ruhe. Ich musste nicht in Dateien suchen, nicht an die englische Fassung denken, nicht prüfen, ob irgendwo etwas kaputtgegangen ist. So soll sich die Arbeit mit Kenala für jeden anfühlen.
