Notiz · 18. September 2026
[de]42/26Studio
Eine Website ist nie fertig.
Warum ich Websites heute eher wie einen Garten denke als wie ein Gebäude.
Als ich angefangen habe, Websites zu gestalten, gab es einen klaren Moment, an dem sie fertig waren. Man hat sie abgenommen, sich gefreut und sie dann in Ruhe gelassen. Zwei, drei Jahre später kam die nächste.
Das Modell kommt aus dem Bauen. Ein Haus wird geplant, errichtet und übergeben. Danach wohnt man darin. Umbauen ist teuer und laut, also macht man es selten.
Mit Websites funktioniert das immer schlechter.
Ein Unternehmen steht nicht still
Menschen kommen dazu, andere gehen. Leistungen werden neu, alte fallen weg. Ein Projekt ist abgeschlossen und würde sich gut als Beispiel machen. Die Sprache verschiebt sich ein bisschen, weil man inzwischen genauer weiß, wer man ist. Ein Kanal wird wichtig, den es vor drei Jahren kaum gab. Und manchmal ändert sich auch ein Gesetz.
Eine Website, die für den Tag der Übergabe gebaut ist, fängt an diesem Tag an zu veralten.
Was bleiben sollte und was sich bewegen darf
Die Lösung ist nicht, ständig alles neu zu machen. Das kostet genauso viel Kraft, nur verteilt.
Die Lösung ist, sauber zu trennen. Es gibt Dinge, die sich selten ändern: wer Ihr seid, wie Ihr sprecht, wie Ihr ausseht, nach welchen Regeln Ihr arbeitet. Und es gibt Dinge, die sich ständig ändern dürfen: Texte, Bilder, Termine, Projekte, neue Kanäle.
Das Ruhige nenne ich die DNA eines Unternehmens. Sie ist der Kern. Alles andere wächst drumherum.

Ein gutes digitales System muss deshalb zwei Dinge gleichzeitig können, die sich erst mal widersprechen. Es muss Halt geben. Und es muss Veränderung zulassen. Ohne Halt wird jede Änderung zum Risiko: Passt das noch zu uns? Ohne Beweglichkeit wird jede Änderung zum Projekt.
Ich fasse das für mich in einem Satz zusammen: Alles ist im Fluss. Der Kern bleibt erkennbar.
Der Garten
Auf meiner Website gibt es einen Digital Garden. Dort sammle ich Notizen, Bilder und Gedanken, die noch nicht fertig sind. Er ist nie abgeschlossen, und genau das hält ihn lebendig. Manche Beete wachsen, andere lasse ich ruhen.
Ich glaube inzwischen, dass Websites von Unternehmen eher so gedacht werden sollten. Nicht als Gebäude, das einmal übergeben wird. Sondern als Garten, bei dem die Übergabe der Anfang ist. Mit einem festen Grundriss, den man nicht jede Woche umgräbt. Und mit Pflanzen, die wachsen dürfen.
Pflege gehört dazu
Daraus folgt etwas Unbequemes: Pflege ist kein nachträgliches Problem. Sie gehört zum Produkt.
Deshalb ist Kenala so gebaut, dass Pflege leicht wird. Eine kleine Textänderung braucht keinen Termin. Du sagst in einem Satz, was anders werden soll, siehst eine Vorschau und gibst frei. Und im Hintergrund prüfen kleine Routinen, ob alles noch da ist, wo es sein soll. Nicht spektakulär. Eher wie jemand, der morgens einmal durch den Garten geht und nachsieht.
Eine Website ist nie fertig. Das ist keine Schwäche. Es heißt nur, dass sie zu einem Unternehmen gehört, das lebt.
Wie ich Websites heute anlege: Webseiten mit Kenala →