Notiz · 31. Mai 2026
[ku] 11/26 Kunst
Heimat. Zwischen Wahrnehmung und Erinnerung.
Aus der Serie Heimat · Roman Thomas
In Heimat löse ich mich bewusst von der Stabilität des Sichtbaren. Durch Bewegung der Kamera während der Belichtung geraten die Strukturen ins Fließen.
Landschaft im Fließen
In Heimat gebe ich einen Teil der Kontrolle ab. Durch die Bewegung der Kamera während der Belichtung lösen sich die Formen, verdichten sich und verbinden sich neu. Was entsteht, kann ich nicht vollständig vorhersehen, und genau das interessiert mich.
Landschaft erscheint in diesen Arbeiten nicht mehr als fester Ort, sondern als ein offenes Gefüge. Wahrnehmung, Erinnerung und Empfindung sind darin nicht zu trennen.
Meine Fotografien beschreiben keine Orte. Sie machen Zustände erfahrbar.
Ein Begriff, der sich entzieht
Der Begriff Heimat ist für mich bewusst ambivalent. Er beschreibt keinen konkreten Ort, sondern einen Zustand, der sich verändert. Vertrautheit, aber auch Verlust. Nähe und zugleich Distanz. Heimat ist nichts Statisches, sondern etwas, das im Erleben entsteht und sich im selben Moment wieder entziehen kann.
Im finnischen Licht
2026 arbeite ich als Artist in Residence in Hämeenlinna in Finnland an dieser Serie, im Rahmen des langjährigen Kulturaustauschs zwischen Celle und Hämeenlinna. Ein anderes Licht, dieselbe Frage. Wie wird Raum innerlich erfahrbar.