Notiz · 7. Juni 2026

[ku] 13/26 Kunst

Keine Orte, sondern Zustände.

Menschenleerer urbaner Raum in kühler Ruhe, Serie Hidden Places

Aus der Serie Hidden Places · Roman Thomas

Nummer
J13 / 13/26
Sparte
Kunst
Datum
7. Juni 2026

Ich arbeite mit Fotografie an der Frage, wie Wirklichkeit im Sehen entsteht. Meine Bilder zeigen keine Orte, sie machen Zustände erfahrbar.

Wie Wirklichkeit im Sehen entsteht

Ausgangspunkt ist immer ein realer Ort. Im fotografischen Prozess beginnt er sich zu verändern. Was vertraut erscheint, entzieht sich einer klaren Lesbarkeit, und zwischen dem, was wir zu erkennen glauben, und dem, was wir sehen, öffnet sich ein Raum, in dem Wahrnehmung instabil wird.

Fotografie ist für mich ein Mittel, das Sehen zu verlangsamen. In dieser Verlangsamung verändert sich Wahrnehmung, und es entsteht Raum für das, was sich nicht eindeutig festlegen lässt.

Meine Bilder zeigen keine Orte, sie machen Zustände erfahrbar: den Moment, in dem sich das Vertraute zu entziehen beginnt und sich äußere Realität, Erinnerung und inneres Bild überlagern.

Urbaner Raum in maximaler Schärfe, menschenleer, Serie Hidden Places
Zwischen Wiedererkennbarkeit und Irritation.

Vom urbanen Raum bis in die Landschaft

In Hidden Places arbeite ich mit urbanen Räumen, die auf den ersten Blick eindeutig wirken. Architektur, Licht und Struktur verweisen auf etwas scheinbar Bekanntes, und gleichzeitig entsteht eine Distanz, die diese Orte entrückt erscheinen lässt. Die Bilder zeigen nicht nur einen Ort, sondern einen Zustand, in dem Realität und Vorstellung ineinander übergehen.

In Heimat löse ich mich von der Stabilität des Sichtbaren. Durch die Bewegung der Kamera während der Belichtung geraten die Strukturen ins Fließen, und aus konkreten Orten entstehen Bildräume, in denen sich das Sichtbare mit inneren Bildern überlagert. Beide Werkkomplexe verbindet dieselbe Frage, wie Raum innerlich erfahrbar wird.

Weite, aufgelöste Landschaft, Bewegung in der Belichtung, Serie Heimat
Heimat als innerer Zustand, vertraut und entzogen zugleich.

Wenn das Bild kein Abbild mehr ist

Auch dort, wo meine Bilder nicht mehr fotografisch entstehen, bleibt die Frage dieselbe. Was bleibt, wenn das Bild kein Abbild mehr ist. In Arbeiten wie Disruption ist die KI dabei mein Werkzeug, wie ein Pinsel. Ich schichte, greife ein, verwerfe, so lange, bis das Bild da ist, das ich im Kopf hatte.

Auch diese Arbeiten suchen keinen Ort. Sie machen einen Zustand erfahrbar, das Vertraute, das fremd wird, und das Fremde, das vertraut scheint. Was am Ende bleibt, ist nicht das Abbild, sondern eine Erfahrung.

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Eine Werkstatt, drei Räume.
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