Notiz · 30. Mai 2026
[ku] 09/26 Kunst
KI als Werkzeug, nicht als Knopf.
Aus der Werkreihe Disruption · Roman Thomas
KI ist für mich ein Werkzeug wie ein Pinsel. Nicht ein Knopf, der ein fertiges Bild ausgibt, sondern ein Material, mit dem man arbeitet, bis es in Resonanz geht.
Werkzeug, nicht Knopf
Über KI wird oft so gesprochen, als ginge es um einen Knopf. Text rein, Bild raus. So arbeite ich nicht. Für mich ist die Maschine ein Werkzeug wie ein Pinsel. Sie kann etwas, das ich allein nicht kann, aber sie nimmt mir die Entscheidung nicht ab.
Ich arbeite in Schichten. Ein erstes Bild, ein Eingriff, eine Verwerfung. Wieder von vorn. Das geht so lange, bis das Bild in Resonanz geht. Was am Ende steht, habe ich nicht vorhergesehen, aber ich habe es geführt.
Zwischen Code und Vorstellung entsteht ein neuer Raum.
Was bleibt, ist ein Gefühl
Das Ergebnis ist kein Abbild. Es ist ein Gefühl. Genau wie in der Fotografie geht es nicht um die Wiedergabe eines Ortes, sondern um einen Zustand. Die KI verschiebt nur, wo dieser Zustand herkommt, vom Außen ins Vorgestellte.
Warum ich es trotzdem Handarbeit nenne
Die Werkzeuge ändern sich, die Haltung nicht. Ob Kamera, Pinsel oder Modell, am Ende entscheidet der Blick, was bleibt und was weg muss. Die KI macht diese Arbeit nicht überflüssig. Sie macht sie nur sichtbarer.