DEEN

Notiz · 18. September 2026

[de]46/26Studio

Ohne Vibe Coding kein Kenala.

Nummer
J46 / 46/26
Sparte
Studio
Datum
18. September 2026

Kenala habe ich nicht gekauft und nicht programmieren lassen. Ich habe es beschrieben, Satz für Satz, bis es da war.

Wer Kenala benutzt, sieht davon wenig. Man sagt einen Satz, bekommt eine Vorschau und gibt frei. Dahinter arbeiten viele kleine Werkzeuge. Eins findet die Stelle, an der ein Text steht, auf Deutsch und auf Englisch. Eins prüft, ob der neue Text meine Sprachregeln einhält und ob die Fakten stimmen. Eins macht Bildschirmfotos, alt und neu nebeneinander. Eins ist der Eingang, über den später jede KI Aufträge geben kann. Und eins sorgt dafür, dass nichts online geht, bevor ein Mensch Ja gesagt hat.

Keines dieser Werkzeuge ist fertig gekaufte Software. Jedes ist entstanden, weil ich beschrieben habe, was es tun soll.

Bauen über Sprache

Das nennt man Vibe Coding. Ich sitze nicht vor Programmcode und tippe Zeile für Zeile. Ich erkläre Claude, einer KI von Anthropic, was ich brauche, so wie ich es einem Kollegen erklären würde. Claude schreibt den Code, ich sehe mir das Ergebnis an, probiere es aus und sage, was noch nicht stimmt. Dann die nächste Runde.

Ein Programmierer bin ich dadurch nicht geworden. Ich bin jemand, der sehr genau sagen kann, was er will, und der merkt, wenn etwas nicht passt. Das habe ich in über fünfundzwanzig Jahren als Gestalter gelernt, nicht am Rechner.

Warum es ohne nicht ginge

Kenala ist kein Produkt von der Stange. Es ist aus meinem eigenen Arbeitsalltag gewachsen, aus Fehlern, Umwegen und dem, was sich bewährt hat. Wenn mir ein Werkzeug fehlt, baue ich es. Wenn eins mehr Arbeit macht, als es abnimmt, baue ich es wieder ab. Das geht nur, weil das Bauen nicht Monate dauert und kein Entwicklerteam braucht.

Mit gekaufter Software hätte ich mich nach ihr richten müssen. Mit Vibe Coding richtet sich das Werkzeug nach der Arbeit.

Illustration: Roman beugt sich über den Stehtisch und zeigt auf einen orangen Kreis, um ihn herum liegen ein Websiterahmen, eine Mappe, ein Stempel mit Haken und ein kleines Gartentor, ein Dackel stellt sich an das Tischbein
In der Mitte die DNA, drumherum die Werkzeuge. Manche sind fertig, manche entstehen gerade.

Zweimal dasselbe Prinzip

Das Schöne ist: Wer Kenala benutzt, macht im Kleinen genau dasselbe wie ich beim Bauen. Er sagt, was sein soll. Er sieht sich das Ergebnis an. Er entscheidet.

Kenala ist also mit Sprache gebaut und wird mit Sprache bedient. Das eine ist ohne das andere nicht zu denken.

Die Grenze bleibt

Vibe Coding heißt nicht, dass die Maschine entscheidet. Jede Änderung an einer Website wird geprüft und angesehen, bevor sie online geht. Die KI ist schnell und geduldig. Das Urteil, was gut ist und was weg muss, bleibt bei uns.

Wie sich das im Alltag anfühlt, habe ich im Digital Garden aufgeschrieben.

Aus Sätzen gebaut: zum Digital Garden →
Nächster Eintrag
J45
18.09.26 · Studio
Ein Tag mit Kenala.
Ein Satz am Morgen, ein Ja am Mittag. Wie sich die Arbeit mit einem verbundenen System anfühlt.