Notiz · 18. September 2026
[de]47/26Studio
Sprechen statt klicken.
Ich glaube, wir stehen am Anfang einer anderen Art zu arbeiten. Nicht schneller am Rechner, sondern weniger am Rechner.
Die meiste Arbeit am Rechner war bisher Übersetzungsarbeit. Man weiß, was man will, und muss es in die Sprache eines Programms übersetzen: welches Menü, welcher Knopf, welches Feld. Für jedes Programm eine eigene Sprache, und jedes Jahr kommt ein neues dazu.
Vibe Coding dreht das um. Nicht wir lernen die Sprache der Maschine, die Maschine versteht unsere.
Sagen, was man will
Wenn ich heute ein Werkzeug brauche, beschreibe ich es. Wenn sich auf meiner Website etwas ändern soll, sage ich es in einem Satz. Das klingt nach einer Kleinigkeit. Es verändert aber, womit ein Arbeitstag gefüllt ist.
Bisher: suchen, wo etwas steht, das richtige Programm öffnen, sich erinnern, wie es ging, an drei andere Stellen denken, die auch geändert werden müssen. Künftig: sagen, was sich ändern soll, eine Vorschau ansehen, Ja sagen.
Eine Mitte statt vieler Inseln
Damit das funktioniert, braucht es eine Stelle, an der das Wissen liegt. Wer Ihr seid, wie Ihr sprecht, wie Ihr ausseht, was immer stimmen muss. Bei Kenala heißt diese Stelle DNA. Solange dieses Wissen in Köpfen, Ordnern und Mailverläufen verstreut ist, muss jede Änderung neu erklärt werden. Liegt es an einer Stelle, reicht ein Satz.
Das ist für mich der eigentliche Wandel. Nicht die KI allein, sondern die KI zusammen mit einer Mitte, die weiß, wer man ist.

Was wir dafür können müssen
Programmieren lernen muss dafür niemand. Wichtiger werden drei andere Dinge. Gut beschreiben: sagen können, was man will, und was nicht. Genau prüfen: hinsehen, ob das Ergebnis stimmt, und merken, wenn etwas nicht passt. Klar entscheiden: Ja sagen oder Nein, und dafür geradestehen.
Das sind keine technischen Fähigkeiten. Es sind die, die gute Handwerker, Gestalterinnen, Ärzte und Ladeninhaber schon immer hatten.
Mehr Zeit für das, was offline passiert
Ich halte das für eine Revolution, und zwar eine leise. Sie findet nicht auf dem Bildschirm statt, sondern daneben. Die Tischlerin wird abends nicht mehr an ihrer Website sitzen müssen. Die Praxis wird nicht drei Menschen beauftragen müssen, um eine Öffnungszeit zu ändern. Die Zeit, die dabei frei wird, gehört der eigentlichen Arbeit: dem Gespräch, dem Kunden, dem Stuhl, der fertig werden will.
Eins ändert sich dabei nicht. Die Maschine bereitet vor, der Mensch entscheidet. Online geht nichts ohne Ja.
Wie das bei Euch aussehen könnte: Webseiten mit Kenala →