Notiz · 7. Juni 2026
[ku] 14/26 Kunst
Von Hidden Places zu Heimat.
Aus der Serie Hidden Places · Roman Thomas
Die Auseinandersetzung mit dem äußeren Raum war ein erster Schritt. Mit der Zeit hat sich mein Blick nach innen verschoben.
Der äußere Raum
In Hidden Places arbeite ich mit urbanen Räumen, die auf den ersten Blick eindeutig wirken. Architektur, Licht und Struktur verweisen auf etwas scheinbar Bekanntes. Gleichzeitig entsteht eine Distanz, die diese Orte entrückt erscheinen lässt. Die Bilder bewegen sich zwischen Wiedererkennbarkeit und Irritation. Sie zeigen nicht nur einen Ort, sondern einen Zustand, in dem Realität und Vorstellung ineinander übergehen.
Diese Arbeit am äußeren Raum war für mich ein erster Schritt.
Die Verschiebung nach innen
Im Laufe der Zeit hat sich mein Blick zunehmend nach innen verschoben. Die Frage nach dem, was wir sehen, wurde zur Frage danach, wie wir sehen. Damit verbunden ist ein wachsendes Interesse an dem, was sich nicht eindeutig greifen lässt, an dem Bereich zwischen Wahrnehmung und Empfindung.
Die Frage nach dem, was wir sehen, wurde zur Frage danach, wie wir sehen.
Heimat
In Heimat löse ich mich bewusst von der Stabilität des Sichtbaren. Durch die Bewegung der Kamera während der Belichtung geraten die Strukturen ins Fließen. Ich gebe einen Teil der Kontrolle ab und lasse zu, dass sich das Bild im Prozess verändert. Landschaft erscheint dann nicht mehr als fester Ort, sondern als ein offenes Gefüge, in dem sich Formen auflösen, verdichten und neu verbinden.
Heimat ist für mich kein geografischer Punkt, sondern ein innerer Zustand. Vertrautheit, aber auch Verlust. Nähe und zugleich Distanz. Beide Serien verbindet dieselbe Frage, wie Raum innerlich erfahrbar wird. Hidden Places hat den Ausgangspunkt im Außen, Heimat entsteht ganz aus dieser inneren Bewegung.