DEEN
Der Sitzungssaal im Landtag: lange weiße Tische mit Mikrofonen und Flaschen, blaue Stühle, hohe Fenster, am Tisch drei Jurymitglieder
Kunstpreis · Geschichte 22 · 18. September 2026

Was die Fotos zeigen

BegegnungGedanke
Diese Geschichte knüpft an: Die dritte Geschichte im Beet: der Tisch, an dem entschieden wurde.
Begegnung

Heute kam Post aus dem Landtag. Die SPD-Fraktion hat allen Jurymitgliedern Fotos von unserer Sitzung am 2. Juli geschickt, der Sitzung, in der wir uns für Leyla Yenirce entschieden haben. Elf Wochen ist das her. Ich habe die Bilder lange angeschaut, als Fotograf und als einer, der selbst darauf zu sehen ist. Eine ungewohnte Rolle. Sonst stehe ich auf der anderen Seite der Kamera. Und beim Anschauen war sofort das Gefühl von damals wieder da: Ich bin aus dieser Sitzung mit einem richtig guten Gefühl rausgegangen.

Die beiden Geschichten davor erzählen, wie die Entscheidung entstanden ist und welche Arbeit ihr vorausging. Diese hier ist kürzer. Sie zeigt den Ort und die Menschen, und sie erzählt, warum der Berufsverband an diesem Tisch sitzt. Was in der Sitzung besprochen wurde, bleibt in der Jury.

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Sonst stehe ich auf der anderen Seite der Kamera.
Dr. Anna Heinze und Roman Thomas am langen Sitzungstisch, vor ihnen Mikrofone, Wasser- und Saftflaschen, dahinter hohe Fenster und Holzwände
Dr. Anna Heinze und ich am Sitzungstisch. Foto: SPD-Fraktion Niedersachsen
Roman Thomas im Profil, die Hand am Kinn, er hört zu, im Vordergrund Mikrofon und Wasserflaschen
Zuhören ist der größte Teil der Arbeit. Foto: SPD-Fraktion Niedersachsen
Begegnung

Was mich an diesem Tag überrascht hat: wie konstruktiv und wie wertschätzend der Austausch war. Ich hätte nicht gedacht, dass wir in so kurzer Zeit so viel miteinander abstimmen. Was genau besprochen wurde, bleibt in der Jury. Aber mit der Entscheidung bin ich sehr zufrieden.

Die Jury war wirklich toll besetzt. Dazu gehörten Anne Prenzler, kuratorische Leiterin der Städtischen Galerie KUBUS in Hannover, die den Vorsitz hatte, und Dr. Anna Heinze, Direktorin des Landesmuseums Kunst & Kultur Oldenburg. Eva Birkenstock, Direktorin der Kestner Gesellschaft Hannover. Ina Grätz, Wissenschaftliche Direktorin der Kunsthalle Emden. Nils-Arne Kässens, Direktor des Museumsquartiers Osnabrück. Christoph Platz-Gallus, Direktor des Kunstvereins Hannover. Carolin Knüpper vom Kunstverein Wolfenbüttel. Prof. Anette Haas vom Institut für Gestaltung und Darstellung der Leibniz Universität Hannover, Prof. Dr. Rahel Puffert von der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und Prof. Dr.-Ing. Monika Steinberg, Dekanin an der Hochschule Hannover. Und ich für den BBK Niedersachsen.

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Ich hätte nicht gedacht, dass wir in so kurzer Zeit so viel miteinander abstimmen.
Anne Prenzler stützt das Kinn in die Hand und hört zu, vorn angeschnitten Dr. Anna Heinze in Rot, an der Wand ein Bildschirm mit per Teams zugeschalteten Jurymitgliedern
Anne Prenzler, die Vorsitzende der Jury. Foto: SPD-Fraktion Niedersachsen
Roman Thomas lächelt am Sitzungstisch, die Hand am Kinn, im Vordergrund Wasser- und Saftflaschen
Zwischen zwei Wortbeiträgen. Foto: SPD-Fraktion Niedersachsen
Porträt Dr. Anna Heinze am Fenster, rotes Oberteil und helle Jacke, sie lächelt in die Kamera
Dr. Anna Heinze, Direktorin des Landesmuseums Kunst & Kultur Oldenburg. Foto: SPD-Fraktion Niedersachsen
Porträt Anne Prenzler vor dem Fenster, rosafarbene Bluse und schwarze Strickjacke, die Hände locker gefaltet
Anne Prenzler, kuratorische Leiterin der Städtischen Galerie KUBUS in Hannover. Foto: SPD-Fraktion Niedersachsen
Roman Thomas arbeitet am Laptop am Sitzungstisch, vor ihm Mikrofone
Meine Notizen liefen am Laptop mit. Foto: SPD-Fraktion Niedersachsen
Gedanke

Ich saß in dieser Jury als Vertreter des BBK Niedersachsen, nicht als Privatperson. Den Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler für Niedersachsen gibt es seit 1946. Rund 800 Künstlerinnen und Künstler gehören heute dazu, in elf Bezirksgruppen, eine davon bei uns in Celle. Der Verband ist demokratisch aufgebaut und frei von parteipolitischen Bindungen. Er setzt sich für geregelte Ausstellungsvergütungen ein, für Verbesserungen in der Künstlersozialversicherung und dafür, dass Urheber- und Folgerecht in Europa einheitlich geregelt werden.

In einer Jury sitzen Menschen, die Kunst zeigen, sammeln, vermitteln und lehren. Der Verband bringt die Sicht derer mit, die sie machen. Wenn ich dort etwas sage, geht es nicht um meinen Geschmack. Es geht darum, dass die Arbeit vieler Kolleginnen und Kollegen in Niedersachsen überhaupt auf den Tisch kommt. Jedes Jurymitglied konnte Vorschläge einbringen, und genau dafür braucht es jemanden, der die Szene von innen kennt.

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Wenn ich dort etwas sage, geht es nicht um meinen Geschmack.
Dr. Anna Heinze, Anne Prenzler und Roman Thomas stehen nebeneinander im Sitzungssaal des Landtags vor den Tischreihen
Die drei, die zu diesem Zeitpunkt noch da waren. Von links: Dr. Anna Heinze, Anne Prenzler und ich. Foto: SPD-Fraktion Niedersachsen
Begegnung

Das Foto sieht aus wie ein Gruppenbild, ist aber keins. Es zeigt nur die drei, die zu diesem Zeitpunkt noch vor Ort waren. Die Jury war wesentlich größer. Am 6. Oktober wird der Preis im Sprengel Museum in Hannover an Leyla Yenirce übergeben. Ich freue mich sehr darauf, und davon erzähle ich danach.