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Notiz · 8. August 2026

[de] 37/26 Studio

Das Studio als Werkstück.

Nummer
J37 / 37/26
Sparte
Studio
Datum
8. August 2026

Mein größtes Werkstück ist keine Website und kein Buch. Es ist die Werkstatt selbst: 37 Arbeitsrollen, jede mit Namen und Handwerk, dazu ich als Regie.

Warum meine Kollegen Namen haben

Wenn ich erzähle, dass ich mit künstlicher Intelligenz arbeite, denken die meisten an ein Textfeld. Man tippt etwas hinein, es kommt etwas heraus. So sah es bei mir auch einmal aus. Heute sieht es aus wie eine Werkstatt.

In dieser Werkstatt hat jede Aufgabe eine Rolle, und jede Rolle hat einen Namen. Die Gestalterin führt Farbe, Schrift und Fläche zusammen. Die Typographin misst Abstände am fertigen Blatt nach. Der Architekt ordnet Wege, damit Besucher finden, wofür sie gekommen sind. Die Lektorin liest jeden Text, der das Haus verlässt, und der Wächter stellt die unbequemen Fragen zu Datenschutz und Rechten, bevor ein Kunde sie stellen muss.

Namen sind dabei keine Spielerei. Eine Rolle mit Namen hat eine Zuständigkeit, ein Handwerk und klare Regeln. Sie kann widersprechen. Und ich merke sofort, wenn eine fehlt.

Illustrierte Figur der Farbgeberin mit Farbwand, Messgerät und einem Chamäleon in denselben Farben Die Farbgeberin Farbe und Stimmung
Illustrierte Figur des Architekten mit einem Panel voller Wege und einem Schnauzer mit derselben orangen Brille Der Architekt Struktur und Wege
Illustrierte Figur der Bildredakteurin mit kompakter Kamera, Bildauswahl-Panel und einer schwarzen Katze Die Bildredakteurin Fotohandwerk
Illustrierte Figur der Kuratorin mit einem schlanken Rahmen und einer eleganten Katze Die Kuratorin Haltung und Auswahl
Illustrierte Figur der Wächterin mit leuchtendem Schild am Arm und einer Bulldogge mit derselben Visierbrille Die Wächterin Datenschutz und Sicherheit
Illustrierte Figur der Cutterin mit Filmkamera auf dem Gimbal und einem Papagei mit denselben Kopfhörern Die Cutterin Bewegtbild
Illustrierte Figur des Chronisten mit Schreibtafel, orangem Stift und einer Schildkröte mit derselben Brille Der Chronist Dokumentation
Das Studio als Ensemble. Sieben Rollen, ein Handwerk. Illustrationen mit Herzblut und KI erstellt, nach meiner Bildwelt.

Wie das Studio entstanden ist

Angefangen hat es mit kleinen Helfern für lästige Arbeitsschritte. Dann kam eine Rolle dazu, dann noch eine, und irgendwann war klar: das ist kein Werkzeugkasten mehr, das ist ein Betrieb.

Gebaut habe ich ihn über Sprache, mit Claude. Ich beschreibe, was eine Rolle können soll, prüfe, verwerfe, verfeinere, wie bei jedem Entwurf. Diese Arbeitsweise heißt Vibe Coding, und sie fühlt sich für mich an wie Gestalten, nur mit anderem Material. Über das Bauen von Websites mit dieser Methode habe ich hier schon einmal geschrieben. Was jetzt dazugekommen ist: dieselbe Arbeitsweise, angewendet auf das eigene Haus.

Die Technikerin. Man sieht ihre Arbeit im besten Fall nie.

Was davon bei Dir ankommt

Ein Ansprechpartner, die Schlagkraft eines Studios. Ich kann Projekte annehmen, für die früher eine ganze Agentur nötig gewesen wäre, und ich bin trotzdem der, mit dem Du sprichst. Die Wege sind kürzer, die Disziplinen greifen ineinander, und nichts verlässt das Haus ungeprüft.

Inzwischen baue ich solche Werkzeuge auch für andere. Nicht als Baukasten von der Stange, sondern zugeschnitten auf einen Betrieb und seine Abläufe. Der Weg ist derselbe wie bei einer Marke oder einer Website: erst zuhören und verstehen, dann bauen, dann prüfen.

Und was es nicht ist

Es ersetzt keine Menschen. Es erweitert meine Arbeit. Die Bilder mache ich, die Entscheidungen auch, und die Verantwortung sowieso.

Beim Thema Daten bin ich streng. Was vertraulich ist, wird auf meinem Rechner pseudonymisiert, bevor überhaupt eine KI es liest, und das Sensibelste bekommt nur eine lokale KI zu sehen, die meinen Schreibtisch nicht verlässt. Neugier bei den Werkzeugen, Strenge bei den Daten.

Seit heute stellt sich das Ensemble selbst vor, mit Porträt und im Gespräch: Das Studio als Werkstück. Dreizehn Rollen kommen dort zu Wort. Die übrigen arbeiten im Hintergrund weiter, so wie sie es am liebsten haben.

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21.07.26 · Kunst
Zwei Wochen, ein langer Tisch und sehr viele neue Gesichter.
Es sind die kleinen Dinge, die einem am Ende am meisten fehlen. Und es sind die Menschen, die bleiben.