Notiz · 26. August 2026
[de] 38/26 Studio
Weiter, wo ich aufgehört habe.
Ich war nie angestellt. Und ich habe nie nur eine Sache gemacht. Was sich seit letztem Jahr geändert hat, ist nicht meine Neugier, sondern das, was ihr im Weg stand.
Alles, was mich interessiert hat
Seit 1999 bin ich selbstständig, und zwar für Kunden und ihre Projekte. Von Anfang an mit allem, was mich daran interessiert hat: Grafik, Fotografie, Konzeption, Planung, Webdesign, und ja, auch Programmierung, so weit ich damit kam. Von 2000 bis 2018 kam eine Werbeagentur dazu, achtzehn Jahre lang, als Creative Director und freiberuflich, ohne die eigene Arbeit aufzugeben.
Dort habe ich gelernt, wie ein Konzept entsteht, lange bevor jemand die Kamera auspackt. Wie man eine Idee erklärt, ohne sie zu verteidigen. Und wie viele gute Entwürfe an einer schlecht gestellten Frage scheitern.
Warum der Schwerpunkt schmaler wurde
Ab 2018 lag der Schwerpunkt stärker auf der Fotografie. Nicht weil das andere mich weniger interessiert hätte. Sondern weil einer alleine nur so viele Felder in der Tiefe bedienen kann. Eine Website, die wirklich gut ist, kostete Wochen. Ein Werkzeug für den eigenen Betrieb war schlicht nicht drin. Also macht man das, was am schnellsten fertig und am saubersten kalkulierbar ist. Das war die Kamera.
Die Grenze war nie die Neugier. Die Grenze waren Zeit, Technik und die Frage, wie viel ein Einzelner stemmen kann.
Was sich seit letztem Jahr geändert hat
Seit ich mit Claude arbeite, fällt genau diese Grenze weg. Ich beschreibe in ganz normaler Sprache, was etwas können soll, sehe mir an, was dabei herauskommt, verwerfe, schärfe nach. Vibe Coding heißt das. Für mich fühlt es sich an wie Gestalten, nur mit anderem Material.
Am Anfang standen kleine Helfer für lästige Arbeitsschritte. Inzwischen sind es Websites ohne WordPress, Kundenportale, ein digitales Team aus benannten Arbeitsrollen und Werkzeuge, die ganze Abläufe eines Betriebs abbilden. Dinge, für die ich früher ein Team gebraucht hätte, das ich nie hatte.
Deshalb habe ich mich im letzten Jahr komplett neu aufgestellt. Nicht, weil ich etwas Neues angefangen hätte. Sondern weil ich da weitermache, wo ich vor Jahren aufgehört habe, nur mit einem Werkzeug, das es damals nicht gab, und in einer Zeit, in der sich die ganze Branche umkrempelt.
Programmierer bin ich trotzdem nicht
Das Missverständnis kommt schnell: wer mit KI Software baut, gilt als Programmierer. Bin ich nicht und werde ich auch nicht. Ich lese keinen fremden Code zum Vergnügen.
Was ich kann, ist die Frage davor. Verstehen, wie jemand wirklich arbeitet, und daraus etwas bauen, das zu ihm passt statt umgekehrt. Das ist dieselbe Arbeit wie bei einer Marke, einem Katalog oder einer Bildserie. Nur das Material ist anders.
Was davon bei Dir ankommt
Du bekommst keine Leistung aus einer Liste, sondern jemanden, der zuerst fragt, worum es geht. Manchmal ist die Antwort ein Bild. Manchmal eine Marke, eine Website, ein Werkzeug, das Dir jeden Monat zwei Tage zurückgibt. Meistens etwas davon zusammen, weil die Sachen selten sauber getrennt kommen.
Ein Ansprechpartner, ein Blick, vier Handwerke. Und die Neugier, die schon immer da war.