Gelbes Holzhaus mit Veranda und Treppe, davor Flohmarktmöbel im Gras
Geschichte 07 · 17. Juli 2026

Ein Tag mit Terho, der jeden zu kennen scheint

BegegnungSpur
Diese Geschichte knüpft an: In einer fremden Stadt ist ein Mensch, der jeden kennt, ein Geschenk.
Begegnung

Heute hatte ich wieder das Glück, mit Terho Aalto unterwegs zu sein, der Fotografen-Legende von Hämeenlinna. In einer fremden Stadt, in einer Sprache, die man nicht versteht, ist es ein Geschenk, einen Menschen an der Seite zu haben, der jeden zu kennen scheint. Und Terho kennt wirklich jeden. Von unserer ersten gemeinsamen Tour, in die Tuijametsä, erzählt die vorige Geschichte.

Spur

Heute ging es um Handfestes. Terho besuchte mich in der Ausstellung, und als ich erzählte, dass ich im Internet nach einer Druckerei für meine hier entstehenden Werke suche, griff er einfach zum Telefon und rief beim lokalen Fotohändler an. Raatikuva heißt der Laden, seit 1987 in der Stadt, gegründet von Heikki Löflund, der als Junge mit der Kodak Brownie seines Vaters fotografierte und heute mit seinem Sohn Teemu den Laden führt. Fotozubehör, Filmentwicklung, und mitten im Laden ein großer Epson FineArt-Drucker, wie man ihn sonst eher in einer Großdruckerei vermuten würde. Wir fuhren hin, alles wurde kurz auf Finnisch besprochen, und die Sache war klar.

Spur

Danach ging es zur Rahmenmacherin seines Vertrauens. Anu Halmeniemi betreibt RaamiDaamit, eine Einrahmungswerkstatt mit einer Kleingalerie, sechs kleine Ausstellungsräume unter einem Dach, bis hinunter in den Keller. Wie in vielen Städten steht auch in Hämeenlinna manches Ladenlokal leer, und Anu hat daraus eine Tugend gemacht und so einen Leerstand mit Leben gefüllt. Nach nicht einmal zehn Minuten hatte ich alles, was ich für Produktion und Präsentation meiner Werke brauche.

Und eine Einladung obendrauf: Am nächsten Tag eröffnet bei ihr Skarpit at Hämpton, die Jahresausstellung der finnischen Karikaturisten- und Pressezeichner-Gilde. Dass sich daraus später am Tag noch ein Kreis schließen würde, wusste ich da noch nicht.

01
Anu hat aus dem Leerstand eine Tugend gemacht.
Handgemaltes KIRPPIS-Schild mit Pfeil auf einer grünen Gießkanne, dahinter gehen Menschen zum Hof
Kirppis: hier entlang
Zwei Frauen im Gespräch an der Treppe des gelben Hauses, davor zwei alte Polsterstühle, Hochformat
Stühle mit Vergangenheit, Gespräche mit Gegenwart
Gelbes Holzhaus mit Veranda und Treppe, davor Flohmarktmöbel und Kleiderständer im Gras
Der Hof in Launonen, für einen Tag ein Marktplatz
Besucher stöbern vor der Veranda des gelben Hauses zwischen den Ständen
Stöbern, plaudern, wiederkommen
Frau hinter einem bunten Flohmarktstand, dahinter Felder und ein weiter Himmel
Verkaufen mit Blick in die Landschaft
Flohmarkttisch mit Silberkannen, Tabletts, Blumen und einer großen Glasplatte
Silber, das auf neue Hände wartet
Buch mit dem Titel Sune Jonsson möter Walker Evans lehnt am Geländer der Veranda, Hochformat
Fotogeschichte am Wegesrand: Sune Jonsson trifft Walker Evans
Terho hockt im Kies und begrüßt einen Golden Retriever
Terho kennt wirklich jeden
Kleines gerahmtes Stillleben lehnt an einer Backsteinmauer im Garten
Kunst am Wegesrand, zwischen Ziegeln
Veranda-Eingang des gelben Hauses mit grüner und brauner Tür, Kränzen und Korbstühlen
Zwei Türen, zwei Kränze, ein Sommer
Rote Holzscheune mit hellblauen Türen, davor Blumentöpfe und eine Bank
Die rote Scheune am Hof
Geöffnete Flügeltür mit bunten Glasrauten, Blick hinaus auf den sommerlichen Hof, Hochformat
Durch die Tür zurück in den Sommer
Lichtdurchflutete Veranda mit Sprossenfenstern, Pflanzen, Teppichen und einer roten Tür
Veranda-Bilderwand mit gerahmten Landschaftsbildern, davor ein Vogelkäfig aus Draht
Alte Sessel am Sprossenfenster, dazwischen ein Schwarzweißporträt und ein Aquarell mit Katze
Verandatisch mit Schwarzweißfotografie auf Leinwand und einem kleinen Porträt eines Mädchens
1 / 4
Die Veranda voller Geschichten Die Veranda, ein Raum aus Licht
Tischplatte voller gerahmter Bilder und Grafiken, dazwischen eine Kaffeetasse
Ein Tisch wie eine kleine Ausstellung
Grüne Wand dicht behängt mit gerahmten Fotografien und Grafiken, Hochformat
Eine Wand wie ein Familienalbum
Strohhut hängt am Sprossenfenster der Veranda, davor alte Fundstücke, Hochformat
Der Hut bleibt am Fenster
Fensterbank der Veranda mit Kunstblumen, Figuren und Vasen im Gegenlicht
Ein Stillleben, das niemand arrangiert hat
Regal mit gerahmter Pferdezeichnung, darunter ein Schwarzweißporträt eines jungen Mannes, Hochformat
Zeichnung und Porträt, Fundstücke mit Geschichte
Spur

Das Haus selbst gehörte der Familie einer Freundin von Terho, ihr Vater war der Maler Seppo Tamminen, und man sah dem Ort an, dass er voller Geschichten steckt: innen Wände voller gerahmter Bilder, draußen die rote Scheune, ein Hund im Kies. Auf der Rückseite hatte die Familie für diesen Tag ein kleines Café aufgebaut, hausgemachter Kuchen, Kaffee, und von der Terrasse ein weiter Blick in die Landschaft.

Begegnung

Seppo Tamminen, geboren 1944 in Helsinki, gestorben 2012, war einer dieser Künstler, die sich in keine Schublade stecken lassen. Er begann in der Dekorationsabteilung des Kaufhauses Stockmann und machte nebenbei Schmuck aus Bronze und Messing, dessen Formen aus der Natur und der finno-ugrischen Volkskunst kamen. Rund 25 Jahre lang fertigte er Einzelstücke von Hand, die finnische Presse feierte ihn zeitweise als internationale Schmucksensation der Siebziger. Später kamen kleine Skulpturen dazu, Collagen und seine kurkistuskaapit, Guckkästen, in denen er Räume, Figuren und rätselhafte Ereignisse wie auf einer winzigen Theaterbühne inszenierte.

In den Achtzigern zog er aufs Land, erst in eine ehemalige Dorfschule in Loppi, später ins historische Hüttenviertel bei der alten Glasfabrik von Riihimäki, zuletzt in das alte Gutshaus Santamäki in Launonen, eben jenes Haus, auf dessen Hof wir heute zwischen den Ständen standen. Seine Lebensräume gestaltete und restaurierte er selbst, Haus, Atelier, Sammlung und Kunst waren bei ihm kaum voneinander zu trennen. Das war an diesem Tag noch überall zu spüren.

03
Er wollte Licht in die Dunkelheit bringen und Farbe in das Grau.
Der Maler von Launonen
Seppo Tamminen betrachtet in seiner Werkstatt einen goldenen Bilderrahmen, sein Gesicht erscheint im Spiegel dahinter
Seppo Tamminen in seiner Werkstatt, 2006. Foto: Johleivo, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0
Video: langsamer Schwenk von der Terrasse in Launonen über Obstbäume und Felder bis zu einem roten Haus am Waldrand
Bewegtbild · 0:12
Spur · Der Blick von der Kaffeetafel in die Landschaft von Launonen.
Man sah dem Haus an, dass es voller Geschichten steckt.“
Notiz aus Launonen
Begegnung

Viel Zeit blieb uns nicht, denn in der Stadt wartete schon die nächste Verabredung. Davon erzählt die nächste Geschichte.